LCG-03 – Digitaler Ablenkgenerator 5 A / 10 kHz / mit integriertem Leistungsverstärker
Die magnetische Ablenkung des Elektronenstrahls in einem sehr kleinen Winkel ist eine bewährte Methode, um Einfluss auf Schweißprozess und Energieverteilung zu nehmen. Der LCG-03 setzt diese Methode digital und mit maximaler Flexibilität um: Er erzeugt nahezu jedes Ablenkmuster, das für eine bestimmte Anwendung sinnvoll ist – mit vollständiger Parameterkontrolle über Frequenz, Amplitude, Musterrotation und Pixelanzahl.
Das Gerät wurde als Teil einer aufeinander abgestimmten Instrumentenserie entwickelt, die speziell für Elektronenstrahlschweißen und Oberflächenbehandlung konzipiert ist. Um die Ablenkspulen einer EB-Anlage direkt anzusteuern, verfügt der LCG-03 über zwei integrierte Spannungs-Strom-Leistungsverstärker. Zusätzliche Eingänge erlauben externe Signale, etwa für die CNC-Positionskorrektur.
Die Steuerung erfolgt über SPS oder CNC – wahlweise über analoge und/oder digitale Signale oder über Potentiometer und Schalter.
Was der LCG-03 leistet
Flexible Energieverteilung: Durch gezielte Strahlablenkung lässt sich die Wärmeeinbringung im Schweißprozess aktiv gestalten – bessere Schmelzbadkontrolle, weniger Poren, gleichmäßigere Naht.
Nahezu beliebige Muster: 32 Standardmuster (erweiterbar auf bis zu 128), jedes mit bis zu 1024 Pixeln. Sinusse, Kreise, Rechtecke, Dreiecke – oder anwendungsspezifische Kurvenformen.
Alphanumerische Markierung: Direkte Beschriftung von Bauteilen während des Schweißprozesses ist möglich.
SPS/CNC-Integration: Vollständig steuerbar über industrieübliche Schnittstellen; kein Medienbruch in der Anlagensteuerung.
12-Bit-Auflösung: 0,025 % Amplitudenauflösung vom Vollausschlag – genug für auch feinste Musterdefinitionen.
Technische Daten
| Parameter | Spezifikation |
|---|---|
| Frequenzbereich | 0,1 Hz – 10 kHz (mit digitalem Vorteiler: 1 / 10 / 100 / 1000) |
| Frequenzlinearität | Nichtlinearität < 0,5 % (typisch < 0,3 % vom Endwert) |
| Frequenzstabilität / Jitter | < 0,3 % vom Endwert |
| Pixel pro Muster | 1024 (Option: 256 – 4096) |
| D/A-Wandler-Auflösung | 12 Bit (0,025 % Amplitudenauflösung) |
| Anzahl Muster | Standard: 32 (Option: 8 / 16 / bis 128 bei reduzierter Pixelzahl) |
| Ausgangsstrom | Standard: ±5 A (bei 2 Ω, 200 µH) |
| Signalrauschen / Nichtlinearität / Drift | < 0,1 % vom Endwert (Rauschspektrum 10 – 5000 Hz) |
| Netzspannung | 115 / 230 V, 50/60 Hz |
| Leistungsaufnahme | max. 300 VA |
| Gehäuse | 19″-Rack, 3 HE (Tiefe: 420 mm inkl. Anschlüsse) |
| Gewicht | ca. 12,5 kg |
| Umgebungstemperatur (Betrieb) | 0 – 40 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 10 – 90 % r.F. |
Alle Angaben sind maximale Worst-Case-Werte bei konstanter Einspeisung und mindestens 10 Minuten Aufwärmzeit. Typische Werte liegen um Faktor 2–3 besser.
Hinweis zur Ausgangsleistung
Das maximal verzerrungsfreie Signal am Ausgang hängt vom Mustertyp, der Frequenz und der Ausgangslast (Impedanz des Ablenksystems) ab. Beispiel bei einem typischen Ablenksystem mit 0,5 Ω / 150 µH: Sinussignal mit 1 kHz und 5 A Amplitude ist verzerrungsfrei möglich. Bei Rechtecksignalen mit großer Amplitude ist ein Ausgangssignal-Überschwingen möglich, da der Regler in Sättigung geht.
Beide Kanäle können unbegrenzt bis zum Nennstrom von 5 A betrieben werden. Bei gleicher Polarität beider Kanäle gleichzeitig: max. kontinuierlicher Ausgangsstrom auf 80 % (4 A) reduzieren.
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